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Die Arbeitsmedizin befasst sich mit der Wechselbeziehung zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Gesundheit der Beschäftigten und ist ein klassisches ärztliches Fachgebiet der Prävention, der Gesundheitsförderung und Rehabilitation.
Zu den wirkungsvollsten Präventionsmaßnahmen gehören Impfungen. Die von der STIKO empfohlenen Impfungen sind medizinisch, epidemiologisch und ökonomisch sinnvoll. Trotzdem ist die Durchimpfungsrate in Deutschland immer noch unzureichend.
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02.02.2012

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27.01.2012

GrippeWeb: bevölkerungsbasierte Längsschnitterhebung akuter Atemwegsinfekte

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza erfasst seit 20 Jahren die Zahl der Konsultationen wegen akuter Atemwegsinfekte in Sentinel-Praxen. Ihre Daten werden nun ergänzt durch das GrippeWeb: ein bevölkerungsbasiertes Überwachungssystem, bei dem freiwillige Teilnehmer wöchentlich online Angaben zu Symptomen respiratorischer Infekte machen. mehr »

Akute Atemwegsinfekte sind meist harmlos, haben aber wegen ihrer Häufigkeit erhebliche Auswirkungen auf die Volksgesundheit und verursachen Kosten durch Arbeitsausfälle, Arztbesuche und gelegentlich auch stationäre Behandlungen. 2009 waren akute Atemwegsinfektionen allein in Deutschland verantwortlich für über 1,5 Millionen Episoden von Arbeitsunfähigkeit.

Das Sentinel-System der Arbeitsgemeinschaft Influenza erfasst Häufigkeiten von Arztkontakten wegen Atemwegsinfekten. Da aber nicht alle Atemwegsinfekte die Betroffenen in die Arztpraxis führen, war bislang wenig bekannt darüber, wie häufig solche Infekte insgesamt vorkommen. Ein neues Erfassungsinstrument soll diese Lücke schließen: das GrippeWeb, eine vom Robert Koch Institut nach Vorbildern in Großbritannien und den Niederlanden im März 2011 lancierte Website zur Längsschnitterfassung akuter respiratorischer Erkrankungen.

GrippeWeb setzt auf freiwillige Teilnahme von Personen, die bereit sind, einmal pro Woche Auskunft zu geben über Erkrankungssymptome wie Husten, Halsschmerzen und Fieber. Geben die Teilnehmer an, gleichzeitig Fieber und Husten oder Halsschmerzen (oder beides) gehabt zu haben, wird ihre Erkrankung als grippeähnliche Erkrankung (influenza-like illness; ILI) klassifiziert. Liegt nur eines der Symptome vor oder bestehen typische Erkältungssymptome ohne Fieber, wird das als akute respiratorische Erkrankung (ARE) registriert.

Innerhalb des ersten halben Jahres meldeten sich über 1300 Teilnehmer auf GrippeWeb an, von denen jede Woche über 80 Prozent die Frage nach dem aktuellen Befinden beantworten. Am häufigsten erkrankten demnach 0-bis-4-Jährige an respiratorischen Infekten (12%), in den übrigen Altersgruppen lag die Häufigkeit zwischen 4% und 8%. Insgesamt liegen die wöchentlichen ARE-Raten zwischen 10% in der dritten Februarwoche und 5% in den ersten Augustwochen. Eine grippeähnliche Erkrankung (ILI) trat bei 2,5% (Februar) bzw. 1% (August) der GrippeWeb-Teilnehmer auf.

18% der ARE- und 42% der ILI-Betroffenen hatten wegen der Beschwerden einen Arzt/eine Ärztin aufgesucht. In 26% (ARE) und 64% (ILI) waren die Erkrankten zu Hause geblieben. Geht man grob gerundet davon aus, dass etwa jeder fünfte Patient mit unkomplizierten Erkältungskrankheiten in einer Arztpraxis vorstellig wird, repräsentieren die von der Arbeitsgemeinschaft Influenza registrierten Konsultationen also ungefähr ein Fünftel der Erkrankungen. Bei den grippeähnlichen Erkrankungen dürfte die Erkrankungshäufigkeit etwa eineinhalbmal so hoch sein wie die Zahl der Konsultationen.

Für die Wintersaison 2011/2012 erhoffen sich die Betreiber des GrippeWeb noch aussagekräftigere Zahlen. Weil die Aussagekraft der Erhebung stark von der kontinuierlichen Teilnahme abhängt, soll ein Gewinnspiel den Anreiz zur regelmäßigen Beantwortung der wöchentlichen Frage steigern.

Quellen
https://grippeweb.rki.de
Remschmidt C: Bevölkerungsbasierte Erhebung der Häufigkeit von akuten Atemwegserkrankungen. Epidemioloisches Bulletin 37/2011,
Robert Koch Institut 2011,
www.rki.de/cln_109/nn_2030884/DE/Content/Infekt/
EpidBull/Archiv/2011/37__11,templateId=raw,property
=publicationFile.pdf/37_11.pdf

05.01.2012

Schweißen: Kanzerogene Metallstäube oft über Arbeitsplatzgrenzwerten

Eine große Querschnittuntersuchung von Schweißgaskonzentrationen an Arbeitsplätzen von Schweißern zeigt: Die Exposition ist stark abhängig vom eingesetzten Schweißverfahren und den verwendeten Materialien. mehr »

Schweißerinnen und Schweißer sind bei ihrer Arbeit potenziell gesundheitsschädigenden Emissionen aus Gasen und Partikeln ausgesetzt. Eine groß angelegte interdisziplinäre Querschnittstudie des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA) und des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) hat jetzt die Belastung genauer untersucht und dafür bei 243 Schweißern aus 23 Betrieben verschiedener Branchen direkt am Arbeitsplatz Messungen vorgenommen.

Die Schweißrauchkonzentrationen variierten erheblich. Unter Arbeitsbedingungen mit geringer Exposition lagen die Messwerte oft unter der analytischen Nachweisgrenze, bei emissionsstarken Verfahren zeigten sich Konzentrationen oberhalb der Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW). Die Mediane für die Schweißrauchkonzentration lagen bei 2,18 mg/m3 für einatembaren Staub (E-Staub) und 0,97 mg/m3 für alveolengängige Partikel (A-Staub). Im messbaren Bereich korrelierten beide Werte eng.

Deutliche Unterschiede zeigten sich bei den eingesetzten Schweißverfahren und Materialien: Während die meisten Schweißrauchmessungen beim Wolfram-Inertgas-Schweißen unterhalb der Nachweisgrenze für A-Staub lagen, zeigten die Messungen beim Metallschutzgas-Schweißen mit Fülldraht hohe Massekonzentrationen – mehr als zwei Drittel der Werte lagen über dem AGW (3 mg/m3). Beim Metallschutzgas-Schweißen mit Massivdraht lag der Median bei 1,64 mg/m3, ein Drittel der Probanden wiesen Schweißrauchkonzentrationen über dem AGW auf. Der Einsatz von Schweißermasken mit gebläseunterstütztem Atemschutz (Gebläsehelme) reduzierte die Konzentrationen des A-Staub bis auf eine Messung unter die Nachweisgrenze.

Mittels statistischer Modelle wurden durchschnittliche Expositionen für verschiedene Arbeitsplatzsituationen abgeschätzt. Fülldraht-Schweißen führte im Mittel zu 2,3-fach höheren Schweißgaskonzentrationen als Metallschutzgas-Schweißen mit Massivdraht, am niedrigsten war die Belastung beim Wolfram-Inertgas-Schweißen. Eine wirksame Schweißrauchabsaugung reduzierte die Exposition um etwa 35%. Das Arbeiten in engen, schlecht belüfteten Räumen hingegen verdoppelte die Exposition fast (1,8-fache Belastung).

Auch für Mangan-, Chrom- und Nickelverbindungen zeigten die Messungen teils erhebliche Konzentrationen im Schweißrauch. Die mittlere Mangankonzentration (A-Staub: Median 62 µg/m3) lag um ein Mehrfaches über der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft empfohlenen Maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK) von 20 µg/m3. Für Chrom betrug der Median 3,6 µg/m3, für Nickel 2,6 µg/m3.

Als Präventionsmaßnahmen empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie angesichts ihrer Ergebnisse:

  • Ersatz stark emittierender Verfahren (Fülldrahtschweißen) durch emissionsärmere Verfahren
  • Verwendung von Gebläsehelmen
  • brennerintegrierte Absaugungen

Quellen
Pesch B et al.: WEDOX – Metallbelastungen beim Schweißen und deren gesundheitliche Auswirkungen. Interdisziplinäres Projekt zur Aufstellung gesundheitsbasierter Grenzwerte für krebserzeugende Metalle. IPA-Journal 02/2011, S. 12-17
www.ipa.ruhr-uni-bochum.de/pdf/IPA_Journal_11_02_Weldox.pdf


Stand: Februar 2012, db/bk

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